19 | 02 | 2018
Spielbericht SV 08 Auerbach - TV Helmbrechts
Mit einer knappen, aber verdienten 31:32 (16:13) Heimniederlage endete das Spiel der Handballer des SV 08 Auerbach gegen den TV Helmbrechts. Nach anfänglich guter Leistung ließen die Oberpfälzer in der zweiten Hälfte deutlich nach, zeigten sich vor allem defensiv komplett überfordert und gaben das Spiel, sehr zum Ärger ihres Trainers, aber auch zum Leidwesen der etwa 275 Zuschauer unnötig aus der Hand. Mit dem am 15.12. anstehenden Heimspiel gegen die TG Heidingsfeld vor der Brust und nun 9:11 Punkten rutschte die Schnödt-Sieben um einen Platz ab auf Rang Neun.

SV 08 Auerbach - TV Helmbrechts: 31:32 (16:13)

Selbst ein knappe Stunde nach Ende des Spiels konnte man dem Trainer der Auerbacher Handballer die Enttäuschung und den Ärger über die unnötige, aber verdiente Niederlage seines Teams noch deutlich anmerken. War er mit der Leistung seiner Schützlinge bis zur Hälfte noch durchaus zufrieden, so zeigte er keinerlei Verständnis für das Auftreten der Blau-Weißen im zweiten Spielabschnitt. „Wir haben jetzt zum wiederholten Mal 19 Tore in der zweiten Hälfte hinnehmen müssen, das kann und will ich nicht akzeptieren, schon gar nicht vor eigenem Publikum. Es kann doch nicht angehen, dass man in der Halbzeitpause etwas bespricht, davor warnt, dass Helmbrechts vermutlich Manches ändern wird und wir uns dann eben darauf einstellen müssen, und alles Besprochene im Moment des Wiederanpfiffs vergessen ist. Noch dazu hat der Gegner eigentlich nichts an seiner Spielweise verändert und uns trotzdem ein ums andere Mal vorgeführt."

Dabei hatte man die Oberfranken während der ersten 30 Minuten eigentlich gut im Griff. Zwar war von Beginn an zu spüren, dass mit Jan Wislicenus ein wichtiger Baustein im Gefüge sowohl der Abwehr, aber auch im Angriff fehlte. Allerdings ließen mehrere Fehler auf Seiten der Gäste und ein Torhüter Oliver Roch, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, die anfängliche Nervosität der Auerbacher relativ schnell verblassen. Wislicenus, der ab 01. Januar zu einem Auslandssemester in den USA weilt, hatte sich zusätzlich zur Schulter auch noch am Meniskus verletzt und fällt für den Rest des Jahres aus, weshalb er bereits am vergangenen Wochenende seinen vorläufig letzten Einsatz für die Bergstädter verzeichnete. Doch auch ohne den quirligen Mittelmann kamen die Gastgeber nach einigen Minuten, in denen sie einem knappen Rückstand hinterherlaufen mussten, immer besser ins Spiel, legten in der 14. Minute selbst ihre erste Führung vor (9:8) und hielte auch die Angreifer der Gäste einigermaßen auf Distanz. Selbst der Torgarant der „Füchse", Stefan Wopperer, tat sich nicht immer leicht, seine Treffer zu erzielen. Bis zur Pause blieb Auerbach in Front, ließ Ball und Gegner laufen und erarbeitete sich bis zur Halbzeitsirene einen Vorsprung von drei Toren. Hätte Maxim Pankraz in der 18. Minute nicht einen Strafwurf äußerst schlampig vergeben, das Zwischenergebnis hätte durchaus noch höher ausfallen können. „Wir sind sowohl mit der 3-2-1 Abwehr, als auch mit den Angriffen des Gegners gut zurecht gekommen, und wären wir vorne wie hinten nur etwas konsequenter zu Werke gegangen, wäre auch ein Pausenstand von 19:13 drin gewesen." Doch um es mit den Worten von Lothar Matthäus zu sagen: „Wäre, wäre, Fahrradkette", es wurden beim Stand von 16:13 die Seiten gewechselt.

Wer nun erwartet hatte, dass die Gäste wie verwandelt aus der Kabine kämen, der hatte sich getäuscht. Helmbrechts spielte sein System konsequent weiter und konnte sich dabei auf die stetig wachsende Fehlerzahl der Gastgeber verlassen. Immer wieder ließen sich die Blau-Weißen düpieren, standen an ihrer Abwehrlinie und stellten keinerlei Hindernis für die Angreifer der Oberfranken dar. „Wir sind zum Teil herumgestanden, haben versucht einen Block zu stellen und dabei viel zu spät bemerkt, dass ein anderer Spieler längst auf dem Weg in Richtung Tor war" ärgerte sich Matthias Schnödt über die Defensivleistung seines Teams. Stefan Wopperer, eigentlich in Manndeckung genommen, wurde von seinen Kollegen ein ums andere Mal aufs Einfachste freigesperrt und traf fast nach Belieben.

Auch wenn die Gastgeber selbst immer wieder Tore warfen und es nach 36 Minuten noch immer 19:16 stand, war bereits jetzt zu erkennen, dass die Unsicherheit im blau-weißen Team zunahm. Dabei halfen auch noch die Pfiffe der Unparteiischen phasenweise eher den Gästen. „Mag sein, dass wir heute zumindest keine Heimschiedsrichter hatten, aber das Spiel haben wir schon ganz alleine verloren" wollte Matthias Schnödt die schwache Leistung der Unparteiischen keinesfalls als Ausrede gelten lassen. Spätestens als Maximilian Berthold in der 45. Minute erstmals die Gäste wieder in Führung warf (21:22), machte sich auch auf der Tribüne ein gewisses Unbehagen breit. Trotz genügend verbleibender Zeit war das gastgebende Team nicht mehr in der Lage einen Zahn zuzulegen. Vielmehr stand die Abwehr fast nur noch weit geöffnet am eigenen Kreis und ließ den Gegner häufig unberührt abschließen. „Wenn man mit solch einer Einstellung an die Sache herangeht und mental nicht auf der Höhe ist, dann kann man in der Landesliga nicht gewinnen" lautete das enttäuschte Fazit von Matthias Schnödt. Die nächste Möglichkeit, sich zu rehabilitieren, haben die Oberpfälzer erst wieder in fast drei Wochen, wenn sie Sie am 15.12. um 20:00 Uhr mit dem TV Heidingsfeld einen der Favoriten empfangen.
Statistik:
SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger (6/3), Hofmann M. (3), Brendel-Suchanek, Bürger (2), Edtbauer (6), Eckert (1), Herold (4), Hofmann A., Wehner (2), Pankraz (5), Schalanda (2)
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. November 2017 um 08:17 Uhr