24 | 10 | 2017
1.Mannschaft
Spielbericht HC Sulzbach-Rosenberg - SV 08 Auerbach I

In einem Spiel, das alles hielt, was der Begriff „Landkreisderby" verspricht, unterlagen die Handballer des SV 08 Auerbach verdient mit 28:24 (16:7). Dabei verschweigt das Endergebnis fast 40 Minuten desolater Leistung der Blau-Weißen, zeigt jedoch auch, was mit der richtigen Einstellung von Beginn an drin gewesen wäre. Während sich der HC auf Rang Vier verbesserte, bleibt Auerbach mit nun 4:6 Punkten bei einem Spiel Rückstand auf Rang Neun und in der Nähe der Abstiegsplätze hängen.

HC Sulzbach-Rosenberg - SV 08 Auerbach: 28:24 (16:7)

Suchte man nach einem einzelnen Wort, um die erste Halbzeit des Landkreis-Derbys zwischen dem HC Sulzbach-Rosenberg (HCS) und dem SV 08 Auerbach zu umschreiben, dann hätte man für die Gäste aus Auerbach „desolat" oder „Totalausfall" zur Auswahl, während für die Gastgeber nur „Lotter" in Frage käme. Der Sulzbacher Torhüter schien in der ersten Hälfte fast übermenschlich zu sein und war hauptverantwortlich für einen unerwartet klaren Parforceritt der Herzogstädter. „Es war einfach phänomenal, was da in der ersten Hälfte abgelaufen ist" freute sich Lotter nach dem Spiel. Bei aller berechtigter Begeisterung über seine Leistung, darf man jedoch die desolate Wurfausbeute der Gäste nicht übersehen. Selbst komplett frei vor dem gegnerischen Kasten versagten die Nerven, wurden Würfe fast schon verweigert. „Wir haben heute mindestens 15 freie Bälle vergeben, die drei verworfenen Siebenmeter nicht mitgerechnet" ärgerte sich deshalb auch Trainer Matthias Schnödt. Dennoch ist es gerade die Verunsicherung des Gegners, die eine gute Torhüterleistung kennzeichnet.

Gestützt auf die sichere Bank zwischen den Pfosten kamen die anfangs ebenfalls leicht nervösen Hausherren immer besser in Fahrt, zogen Tor für Tor davon und lagen nach 14 Minuten bereits mit 7:0 in Front, bevor Auerbach zum ersten Mal das Spielgerät im Netz platzieren konnte. Bezeichnend für das völlig verunsicherte Gästeteam erzielte mit dem kurz zuvor eingewechselten Maxim Pankraz ausgerechnet einer der Jüngsten dieses Tor. Und es sollte nicht sein letztes sein. Auch wenn er in manchen Situationen zu ungestüm, zu unüberlegt oder zu eigensinnig agierte, so war er doch der einzige Auerbacher, der über die gesamte Dauer seines Einsatzes seine normale Leistung abrufen konnte. Andere dagegen kann man mit Fug und Recht als Totalausfall bezeichnen. Daniel Schalanda, der in den letzten Spielen immer zu den Stärksten gehörte, war diesmal komplett abgemeldet, Alexander Tannenberger fand überhaupt nicht statt und auch Jan Wislicenus glänzte mehr durch Fehler und übereilige Aktionen, als durch seine Übersicht der vergangenen Wochen. Zu guter Letzt reite sich auch Torhüter Valentin Kroher in diese Liste ein und bot von Beginn an am deutlichsten das Bild, das das gesamte Auerbacher Team über fast 40 Minuten ausmachte. „Was mich am meisten ärgert, war noch nicht einmal das Zwischenergebnis, sondern unsere Körpersprache. Keiner zeigte in dieser Phase den nötigen Biss, der in einem solchen Derby nötig ist." Gleichzeitig gab Schnödt zu, dass es besser gewesen wäre, nicht erst in der Halbzeit den Torhüter zu wechseln. So jedoch konnten die Gastgeber ohne Mühe ihren Vorsprung auf ein bedrohliches Maß ausbauen. In der 27. Minute lautete das Zwischenergebnis 15:4 und es deutete sich ein Debakel für Auerbach an. Auch der Pausenstand von 16:7 konnte im Blau-Weißen Lager noch nicht für Hoffnung sorgen.

Was auch immer Matthias Schnödt seinen Schützlingen in der Pause mit auf den Weg gegeben hatte, man konnte zunächst nicht davon erkennen. Vielmehr erhöhte Joshua Wiesent nach 32 Sekunden trotz Auerbacher Anwurf auf 17:7. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass Auerbach aus der Kabine kommt und jeder Einzelne brennt, dass sie Alles versuchen würden, das Ergebnis zumindest zu verbessern" wunderte sich auch Sulzbachs Trainer Christian Rohrbach nach dem Schlusspfiff. Es dauerte noch fast acht Minuten, bis endlich ein gewisser Umschwung im Spiel stattfand. Zum einen hatten Sulzbachs Werfer nicht mehr die Durchschlagskraft, wie noch in den ersten 30 Minuten, was auch an einigen Paraden des inzwischen eingewechselten Raul Adam lag, zum anderen wurden die Gastgeber immer wieder durch Zeitstrafen dezimiert. „Die Schiedsrichter haben in der ersten Hälfte eher für uns gepfiffen und wollten das gegen Ende wieder ausgleichen" begründete Daniel Luber die Flut an Zeitstrafen gegen sein Team.

Die häufigen Pfiffe gegen die Herzogstädter brachten auch das Heimpublikum gegen die Unparteiischen auf, sodass auch auf der Tribüne der Derbycharakter zu spüren war. In der 40. Minute jedoch war es mit einem Schlag still in der Halle. Sulzbachs Rechtsaußen Marco Forster, der noch kurz zuvor wegen Unsportlichkeit zwei Minuten auf der Bank gesessen hatte, war mit seinem Teamkollegen Jason Mignon zusammengeprallt, durch die Luft geschleudert worden und reglos am Boden liegen geblieben. Erst mehrere Minuten später wurde er, wieder bei Bewusstsein, unter aufmunterndem Applaus von Maximilian Hofmann vom Platz getragen. „Marco geht es gut, er hat aber eine schwere Gehirnerschütterung. Er wird wohl ein, zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben müssen und vermutlich mindestens zwei Wochen ausfallen" berichtete Christian Rohrbach.

Ob es am Schock der Verletzung lag, oder an einer langsam einsetzenden Ermüdung der Akteure, ob durch häufiges Wechseln und den Einsatz der jungen Spieler der Spielfluss etwas durcheinander kam, oder ob sich der HCS von den taktischen Mitteln der Blau-Weißen - wie zum Beispiel der Siebte Feldspieler oder eine offene Manndeckung - verunsichern ließ, man hatte in den letzten 20 Minuten fast den Eindruck, das Spiel könnte noch einmal kippen. Auch Max Lotter erwies sich in der zweiten Hälfte als eher menschlich und ließ sich speziell von Karsten Herold mehrmals düpieren.

"ch glaube, fünf Minuten länger und das Spiel wäre noch gekippt" war auch Daniel Luber froh, den Schlusspfiff zu hören. Bis dahin jedoch kam Auerbach Schritt für Schritt näher, verkürzte kurz vor dem Ende gar auf 26:24, nur um wenige Sekunden später doch mit leeren Händen dazustehen. Wie tief die Rivalität der beiden Teams geht, lässt sich an den Worten eines HCS-Fans festmachen, der in der Pause fast schadenfroh darauf hinwies, der HCS habe „in den vergangenen Jahren so oft gegen Auerbach verloren, jetzt sind wir mal wieder dran."

SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger, Bauer (1), Hofmann M. (2), Brendel-Suchanek (1), Weisser (2), Edtbauer (2), Eckert, Wislicenus (1), Herold (5), Pankraz (9/2), Schalanda, Bürger (1)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. Oktober 2017 um 06:43 Uhr
 
Vorbericht HC Sulzbach-Rosenberg - SV 08 Auerbach I
Ein Derby ist ein Derby ist ein Derby - und am liebsten mit dem Nachbarn

Nachdem die Handballer des SV 08 Auerbach am vergangenen Wochenende auf ihr Heimspiel gegen den ASV Cham verzichten mussten, kommt es an diesem Samstag zum, von Vielen mit großer Vorfreude erwarteten, Derby beim Landkreis- und Tabellen-Nachbarn HC Sulzbach-Rosenberg. Mit drei Siegen in den ersten vier Partien gut in die Saison gestartet, musste der Bayernliga-Absteiger zuletzt eine herbe Niederlage bei der HSG Lauf/Heroldsberg hinnehmen und will sich nun vor eigenem Publikum rehabilitieren. Anpfiff in der Krötensee-Halle ist um 18:30 Uhr.

Es sind vor allem die Derbys, die im Handball den größten Reiz ausmachen. Dabei ist es unerheblich, in welcher Liga man sich gerade bewegt. Freuten sich die Auerbacher in der Zeit ihrer Drittligazugehörigkeit auf Spiele gegen die bayerischen Teams, so standen in der Bayernliga immer die oberpfälzischen Gegner ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Doch kaum ein anderes Derby elektrisiert Spieler und Fans seit Jahren mehr, als das an diesem Wochenende nach langer Zeit wieder einmal anstehende Aufeinandertreffen der beiden Landkreis-Nachbarn.
Wenn am Samstag der HC Sulzbach-Rosenberg den SV 08 Auerbach in der Krötensee-Halle empfängt, werden auf beiden Seiten intensive Erinnerungen wach. Sei es der vor vielen Jahren als SG Auerbach-Sulzbach gemeinsam errungene Bayernliga-Titel der A-Jugend, seien es die immer spannenden Partien in der Landes- oder der Bayernliga, oder seien es die stimmungsgeladenen und manchmal auch überfüllten Tribünen beider Hallen. Daran wird sich vermutlich auch in dieser Runde nicht viel ändern, auch wenn nach Jahren des Höhenfluges beide Vereine wieder etwas kleinere Brötchen backen. Ähnlich wie beim letzten Aufeinandertreffen in der Saison 2014/2015 liegen die Saisonziele beider Teams weit auseinander, nur diesmal mit geänderten Vorzeichen. Während Auerbach damals auf dem Weg zurück in die 3. Liga war und diese ausgerechnet in der Krötensee-Halle vorzeitig erreichte, kämpften die Herzogstädter in jener Saison um den Klassenerhalt. In der aktuellen Saison will Auerbach nach einem weiteren Umbruch vor allem die Liga halten, während Sulzbach als Bayernliga-Absteiger das obere Tabellenviertel anvisiert und eine Platzierung knapp hinter den Top-Favoriten aus Heidingsfeld, Ingolstadt und Regensburg für realisierbar hält.
Diese Zielsetzung ist sicher nicht zu hoch gegriffen, denn mit Ausnahme der Tschechen Martin Broz und Spielertrainer Pavel Krizek, dessen Abgang schon länger feststand, sowie Stefan Ströhl, der aus beruflichen Gründen etwas zurückstecken muss, blieb das Team vollständig beisammen, lediglich ergänzt durch „Heimkehrer“ Linus Brockstedt. Seine Präsenz am Kreis, vor allem aber seine Abwehrstärke sollen den Herzogstädtern auch in der Landesliga weiterhelfen. Es sind die Routiniers, die auch in dieser Runde wieder das Rückgrad der Mannschaft bilden sollen. Allen voran Spielmacher Jiri Smolik, Linkshänder Michael Waitz, Rechtsaußen Marco Forster und Torhüter Max Lotter. Daneben stehen dem neuen Trainergespann Christian Rohrbach und Oliver Ott, beides Sulzbacher Urgesteine, mehrere gute Alternativen zur Verfügung. Gerade auf der Spielmacherposition werden diese aktuell benötigt, denn Jiri Smolik kann aufgrund einer Verletzung voraussichtlich erst zur Rückrunde wieder ins Spielgeschehen eingreifen. Allerdings kann der ehemals in der Auerbacher Jugend als Kreisläufer ausgebildete Daniel Luber inzwischen sehr gute Leistungen als Mittelmann vorweisen. Ähnliches lässt sich über Jason Mignon sagen, der alle Jugend-Teams des HC durchwanderte und danach mehrere Jahre eine Ausbildung im Handball-Internat in Eisenach genoss. Nach dem Abgang von Daniel Heimpel wurde bereits im Vorjahr die Torhüterposition mit dem aus Amberg gekommenen, jungen und ehrgeizigen Moritz Marx besetzt. Er kann nun nicht nur auf die Erfahrungen aus einer Saison Bayernliga, sondern, nachdem er auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, auf Einsätze im Nationalteam der USA zurückblicken. Um dieses Gerüst herum sollen in erster Linie junge und talentierte Spieler aus den eigenen Reihen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Es war also nicht nötig, nach teueren Verstärkungen zu suchen, eine gesunde Einstellung, die beim HC in den vergangenen Jahren nicht immer vorherrschend war. Dem neuen Konzept kam auch entgegen, dass der Spielplan es zu Beginn der Runde gut mit dem HC meinte und ihm vier Heimspiele am Stück präsentierte. Nach einem guten Start mit zwei Siegen gegen den TV Helmbrechts und den TV Münchberg kam es zu einem ersten kleinen Rückschlag, als man gegen Aufsteiger MTV Stadeln knapp mit 30:31 verlor. Nach dem Sieg gegen einen weiteren Aufsteiger (HC Forchheim) bewegte man sich am vierten Spieltag genau in der anvisierten Tabellenregion, punktgleich hinter Lauf und Regensburg auf Rang Drei. Doch bereits das erste Auswärtsspiel brachte eine deutliche Ernüchterung, denn im Spitzenspiel bei der HSG Lauf/Heroldsberg setzte es am vergangenen Wochenende eine deftige 32:22 Niederlage, die durchaus noch höher ausgefallen wäre, wäre nicht Max Lotter mit einer sensationellen Leistung über sich hinaus gewachsen. Während Auerbach spielfrei um einen Platz nach oben kletterte, rutschte der HC ab auf Rang Sieben, steht aktuell nur eine Position vor den Bergstädtern und will sich nun vor eigenem Publikum rehabilitieren.
„Sulzbach hat ein ausgeglichen besetztes Team, eine sehr gefährliche rechte Seite, mit Jason Mignon einen torgefährlichen Mittelmann und sehr gute Torhüter“ analysierte Matthias Schnödt den kommenden Gegner. Es wird schwer für den SV, zumal Volker Hackenberg und Schnödt ausfallen und Alexander Hofmann fraglich ist. Zumindest kann Schnödt wieder auf Sebastian Bürger und Maxim Pankraz zurückgreifen. Dennoch sieht der Trainer den HC klar im Vorteil – mit einem kleinen „Aber“. „Wir freuen uns auf ein spannendes Spiel und auf eine gut gefüllte und stimmungsvolle „Kröte“. Sulzbach ist eindeutig der Favorit, aber es ist ein Derby und da kann bekanntlich alles Mögliche passieren.“
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. Oktober 2017 um 07:24 Uhr
 
Spielbericht TV Marktsteft - SV 08 Auerbach I

Die Handballer des SV 08 Auerbach haben ihr zweites Auswärtsspiel mit einem klaren und letztlich ungefährdeten 25:32 (13:14) Sieg beendet. Durch deutlich verbessertes Torwartspiel sowie starke Vorstellungen von Jan Wislicenus und des erstmals eingesetzten Matthias Edtbauer dominierten die Blau-Weißen den Aufsteiger aus Unterfranken über weite Strecken der Partie. Während der TV Marktsteft weiterhin das einzige Team ohne Punktgewinn bleibt, kletterten die Oberpfälzer als eines von fünf punktgleichen Teams mit 4:4 Zählern auf Rang Neun.

TV Marktsteft - SV 08 Auerbach 25:32 (13:14)

Es gab kaum etwas auszusetzen am Spiel der Auerbacher Handballer beim unterfränkischen Aufsteiger TV Marktsteft - sieht man einmal davon ab, dass es in der Defensive durchaus noch Luft nach oben gibt und dass noch immer zu viele Großchancen, namentlich Strafwürfe, liegen gelassen werden. Zumindest zeigte sich Valentin Kroher diesmal wieder in deutlich verbesserter Form und ließ die nötige Spannung erkennen, auch wenn er gegen Ende der Partie (53. Minute) einmal etwas zu ungestüm aus seinem Kasten kam und deshalb für zwei Minuten auf die Bank verbannt wurde. Die Gastgeber konnten jedoch lediglich den anschließenden Strafwurf in Zählbares ummünzen, mussten vielmehr zwei Gegentore in Überzahl hinnehmen und beim Stand von 23:28 die Hoffnung auf den ersten Punktgewinn endgültig begraben.

Diese war zumindest in der ersten Hälfte durchaus berechtigt gewesen, denn nachdem Julian Eckert auch im vierten Spiel das erste Tor der Partie erzielt hatte, entwickelte sich ein relativ ausgeglichenes Hin- und-Her. Mehrmals wechselte die Führung bis hin zum 9:9 in der 19. Minute. Als dann die Gastgeber erstmals eine Überzahl nicht nutzen konnten und Auerbach bis zur 25. Minute mit einem 0:3-Lauf eine etwas größere Führung erzielen konnte, schien die Partie zugunsten der Gäste zu kippen. Allerdings hatten sowohl die Unterfranken, als auch das Aluminium des gegnerischen Tore etwas dagegen. „Ich glaube, wir hatten alleine in der ersten Hälfte drei und nach der Pause noch einmal zwei Pfosten- bzw. Lattentreffer" meinte hinterher Spartenleiter Paul Rupprecht, der diesmal wieder als Betreuer auf der Bank saß. Etwas mehr als zwei Minuten vor der Pause musste Karsten Herold eine Strafzeit hinnehmen. Diesmal nutzten die Unterfranken ihre Chancen besser und kamen bis zur Halbzeitsirene auf 13:14 heran.

Nach dem Wiederanpfiff gelang dem TV noch zweimal der Ausgleich, bevor die beiden besten Auerbacher, Matthias Edtbauer und Jan Wislicenus abwechselnd mit jeweils zwei Toren für die Vorentscheidung sorgten (15:19). „Es hat sich bezahlt gemacht, dass Mattias sich hat reaktivieren lassen, er hat einige wichtige Tore gemacht" freute sich Paul Rupprecht über den Rückkehrer. Danach hielten die Blau-Weißen den Gastgeber dauerhaft auf Abstand und lagen ständig mit vier bis fünf Toren in Führung. Selbst die bereits erwähnte Zeitstrafe gegen den Torhüter brachte Auerbach nicht aus der Ruhe. „Das war heute wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung" so Rupprecht. Marktsteft konnte zwar auf drei Tore verkürzen, nur um gleich darauf ein 1:3 hinnehmen zu müssen. In der 58. Minute traf Marktstefts bester Werfer Marius Olbrich, den die Gäste während der gesamten Partie nicht entscheidend ausschalten konnten, zum letzten Mal für seine Farben (25:29). Die restlichen Tore wurden alle von Auerbacher Spielern erzielt.

Acht Sekunden vor dem Ende kam es noch zu einer aufregenden Szene, als Jan Wislicenus von Florian Irmler rüde gefoult wurde, woraufhin der Unterfranke mit „Rot" den Platz verlassen musste. „Ob man in der Situation nicht eventuell auch eine „Blaue Karte" hätte zeigen müssen, kann ich nicht sagen" sagte Paul Rupprecht. Letztlich wichtiger ist der Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Mit jetzt 4:4 Punkten kletterten die Oberpfälzer auf Rang Neun. „Da die Partie am kommenden Wochenende gegen den ASV Cham ausfällt, haben wir etwas länger Zeit, uns auf das Derby aller Derbys beim HC Sulzbach-Rosenberg vorzubereiten" blickte Rupprecht schon auf das nächste Spiel. „Der heutige Sieg war ungemein wichtig, denn durch das fehlende Spiel gegen Cham „hinken" wir in den nächsten Wochen und Monaten sowieso schon hinterher."

SV 08 Auerbach: Kroher, Adam, Tannenberger (2), Bauer (1/1), Hofmann M. (3), Brendel-Suchanek, Edtbauer (7), Eckert (1), Wislicenus (9/2), Herold, Hackenberg (3), Schalanda (6)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. Oktober 2017 um 11:25 Uhr
 
Vorbericht TV Marktsteft - SV 08 Auerbach I
Im zweiten Auswärtsspiel der noch jungen Saison müssen die Handballer des SV 08 Auerbach an diesem Sonntag beim TV Marktsteft und damit erneut bei einem Neuling antreten. Der Aufsteiger aus der BOL Unterfranken weist nach zwei deutlichen Auswärts- und einer äußerst knappen Heimniederlage als einziges Team noch keinen Punktgewinn aus. Mit einem Sieg könnte Auerbach den Anschluss ans Mittelfeld wieder herstellen. Bei genügend Interesse wird ein Fan-Bus eingesetzt, Abfahrt ist um 12:00 Uhr am Place de Laneuveville, Anpfiff in der Mehrzweckhalle in Marktsteft ist bereits um 15:30 Uhr.

Etwa 2.000 Einwohner zählt die bereits 1197 erstmals urkundlich erwähnte, direkt am Main gelegene Gemeinde Marktsteft, sie ist Teil des unterfränkischen Landkreises Kitzingen und befindet sich in einer der bekanntesten Weingegenden Bayerns, denn das Maindreieck zählt zu den wärmsten und trockensten Regionen Frankens. Doch die Handballer des SV 08 Auerbach fahren an diesem Sonntag nicht wegen der historischen Hafenanlagen und zum Besuch einer der vielen Heckenwirtschaften oder gar zum Verzehr einiger „Blauer Zipfel“, der regionalen Spezialität dort hin. Vielmehr wollen sie versuchen, gegen den nach zehn Jahren erstmals wieder in die Landesliga aufgestiegenen TV Marktsteft ihre am vergangenen Wochenende gegen den favorisierten MTV Ingolstadt verdienten Punkte zu vergolden.
Der Aufsteiger konnte in den drei Spielen bisher noch keinen Punktgewinn erzielen und wird dementsprechend motiviert in sein zweites Heimspiel gehen. Dort, mit dem eigenen Publikum im Rücken, sieht Trainer Viliam Vitkovic, der in seinem dritten Jahr die Mannschaft auch durch die Landesliga führen will, die besten Chancen, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Wer nun glaubt, der Name Vitkovic käme ihm bekannt vor, der irrt nicht. Der 42-jährige Slowake, der auch jetzt noch hin und wieder selbst ins Spielgeschehen eingreift, ist als ehemaliger Rückraum-Torjäger des TSV Rödelsee für Auerbach ein „alter“ Bekannter. Ähnliches kann über Rechtsaußen Gabor Csorba gesagt werden. Der ungarische Linkshänder kam zusammen mit Vitkovic und Franz-Xaver Hetterich vom Erzrivalen und ehemaligen Drittligisten. Letzterer weilt jedoch noch bis zum Jahresende in den USA und kann erst in der Rückrunde eingreifen, während Csorba an einer schmerzhaften Verletzung der Wurfhandschulter laboriert und möglicherweise ebenfalls ausfällt.
Nach dem Ende der Zusammenarbeit der beiden Vereine – man hatte in der Jugendarbeit von 2006 bis 2016 die Handballgemeinschaft (HG) Marktsteft/Rödelsee betrieben – und nach dem Rückzug des TSV aus der 3. Liga in die BOL, schlossen sich weitere Spieler dem TV Marktsteft an. Mit Marius Olbrich kam ein torgefährlicher Rückraumwerfer, der sich in der laufenden Runde mit bisher insgesamt 15 Treffern auch gleich an die Spitze der internen Torschützenliste gesetzt hat. Zuletzt kam vor dieser Runde mit Kreisläufer Simon Weigand ein weiterer Rödelseer hinzu. Ein Vorteil der nahegelegenen Handball-Hochburgen Unterfrankens zeigt sich in den vielfältig genutzten Wechselmöglichkeiten zwischen den Vereinen. So kam von der DjK Rimpar mit Florian Schneider ein Akteur, der die vorläufig ausfallenden Spieler ersetzen und dem Rückraum die nötige Verstärkung bringen soll, eine Aufgabe, die er mit bisher 12 Treffern sehr gut gelöst hat. Trainer Vitkovic betont, dass der TV Marktsteft nicht auf Leistungsträger aus Osteuropa setzt, wie manch einer der Ligakonkurrenten, sondern dass man hauptsächlich mit eigenen Leuten sowie Spielern aus der Region arbeiten will. Die Spielweise soll „wieder auf Tempo und Gegenstöße ausgelegt sein. Es gilt, die einfachen Tore zu machen.“

Für Auerbachs Trainer Matthias Schnödt ist der kommende Gegner „mit Ausnahme einiger Spieler eher unbekannt. Es scheint ein junges Team zu sein, das zwar schwach gestartet ist, aber mit Sicherheit hoch motiviert in die Partie gehen wird, zumal man sich vor eigenem Publikum präsentiert.“ Bei seiner eigenen Mannschaft hat sich im Vergleich zur Vorwoche wenig getan auf der Verletztenliste. So fehlen neben ihm selbst auch diesmal wieder Sebastian Bürger, Alexander Hofmann und Maxim Pankraz wegen ihrer jeweiligen Verletzungen. Daneben entscheidet sich erst am Spieltag, ob Volker Hackenberg und Raul Adam dabei sein können. „Ich erwarte ein enges Spiel, in dem wir unsere Angriffsleistung vom vergangenen Wochenende bestätigen wollen“ so der Trainer. Gleichzeitig wies er aber erneut eindringlich darauf hin, dass Abwehr- und Torwartspiel deutlich verbessert werden müssten. „Wenn es uns dann auch noch gelingt, uns bei der Chancenverwertung zu steigern, dann sehe ich eine gute Möglichkeit, dass wir uns auch diesmal wieder mit Punkten belohnen.“
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. Oktober 2017 um 06:18 Uhr
 
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